The Master

Wohin steuert der Drehbuchautor und Regisseur P. T. Anderson? Möchte man sich fragen. Es scheint, dass sich der begnadete Filmemacher mit jedem Film immer weiter von Publikum entfernt und eine Ebene erreicht, die nicht jeder vermag zu erklimmen.

Freddie Quell, ein ehemaliger Soldat, leidet an den Folgen des Krieges und scheint mit seinem Dasein überfordert zu sein. So gibt er sich dem Alkohol hin und verstärkt somit seine Wutausbrüche. Eines Tages trifft er den charismatischen Lancaster Dodd, der Freddie gerne in seine Glaubensgemeinschaft aufnehmen und ihm bei seinen Problemen helfen möchte. Schrittweise entwickelt sich eine spezielle Beziehung der beiden, wo Freddie das Versuchskaninchen verkörpert und Lancaster seinen Meister. Mit der Zeit wächst aber auch das Misstrauen in Freddie ob der Methoden des Sektenführers und ein Konflikt der beiden scheint unvermeidbar…

The Master [dt./OV]
  • Amazon Prime Video (Video-on-Demand)
  • Joaquin Phoenix, Philip Seymour Hoffman, Amy Adams (Schauspieler)
  • Paul Thomas Anderson (Regisseur) – JoAnne Sellar (Produzent)
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren

Ich bin ein großer Fan von Paul Thomas Anderson – eigentlich. Filme wie Boogie Nights, Magnolia oder Punch-Drunk Love sind wirklich einzigartig und dürfen in keiner wohlsortierten DVD-Sammlung fehlen. Selbst der etwas anstrengende, aber letztendlich doch überzeugende There Will Be Blood konnte mich als Fan nicht abstrecken. Dies vollbringt nun aber The Master.

Es ist schwer diesen Film zu durchdringen. Als Zuschauer hat man fast schon das Gefühl, als ob der Regisseur dies auch nicht beabsichtigt. Er lässt uns vielmehr an seinem Film teilhaben ohne eine gewisse Distanz überbrücken zu können. Die Geschichte des desillusionierten Ex-Navy-Veterans, der an einen Sektenführer gerät, entwickelt sich zu einem Zwei-Mann-Spektakel, bei dem die Story in den Hintergrund rückt. Zugegebenerweise machen es Joaquin Phoenix und Philip Seymour Hoffman überragend. Dennoch hilft die beste Schauspielkunst nicht weiter, wenn der Bezug zu den Charakteren und der Geschichte fehlt bzw. nicht aufgebaut werden kann.

Vielleicht war Anderson auch zu ambitioniert zwei gewichtige Themen – posttraumatische Störungen von ehemaligen Soldaten (dazu auch die Dokumentation auf der DVD) sowie die Entstehung von Sekten bzw. konkret von Scientology – in einem Film zu verarbeiten. Denn, dass er es handwerklich nach wie vor ausgezeichnet beherrscht einen Film zu inszenieren, bleibt außer Frage.

DVD-Inhalt:
– Hauptfilm (ca. 132 Min.)
– Trailer
– Dokumentation: Let There Be Light (ca. 56 Min.)

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